Brasilien - ein Land voller Farben
Reiseblog
Inspirierende Highlights - fünf Wochen in Brasilien
Brasilien stand schon immer auf unserer Reiseliste und damit sind wir ganz klar nicht die einzigen, die sich für das Land der Farben, des Lebens und der Musik interessieren. Ein Land, das trotz seiner unzähligen alten und neuen Probleme, weiterhin Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Egal, ob man nach wilden, unberührten Stränden, unglaublicher Brandung, riesigen modernen Städten oder charmanten Kolonialstädten sucht. In einem so riesigen Land ist wirklich für jeden etwas dabei.
Ankunft in Rio de Janeiro
Nach der Landung ging es für uns direkt zum Hostel „Pura Vida“. Die Unterkunft liegt nur 200 m von der Copacabana entfernt. Was aber viele nicht wissen -> die Unterkunft befindet sich am Anfang einer Favela, was wir persönlich schon ein wenig aufregend fanden. Es hat uns deshalb nicht abgeschreckt, dort unsere ersten fünf Nächte zu verbringen.
In Großstädten kann es oft überwältigend sein das Layout zu verstehen und es ist oft schwierig sich sofort orientieren zu können. Deshalb haben wir beschlossen, die ersten Tage in Rio auf zwei Rädern zu verbringen. “Bike Etau” bietet eine einfache und schnelle Lösung -> einfach die App runterladen, die nächstgelegene Fahrradsammelstation aufsuchen und schon kanns losgehen!












Zuckerhut besteigen
Wir empfehlen euch rechtzeitig zum Sonnenuntergang nach oben zu gelangen, wodurch die Stadt unten in ein herrliches Licht gerückt wird. Von dort oben erlebt man eine faszinierende Aussicht, die jedes Jahr tausende von Touristen hierhertreibt. Zu unserem Vorteil waren wir außerhalb der Saison in Brasilien und konnten deshalb jeden Moment dort oben genießen. Schaut euch gerne die nachfolgenden Fotos an und lasst euch überzeugen.








Die Wanderung nach Pedra do Telégrafo führt zu einem der schönsten und “gefährlichsten” Aussichtspunkte in ganz Rio de Janeiro.
Brasilien ist riesig
Unser Aufenthalt in Brasilien war auf fünf Wochen limitiert. Tatsächlich würden wir sagen, dass man mindestens einen Monat benötigt, um eine landesweite Reiseroute angemessen einzudämmen. Wir haben uns drei Ziele ausgesucht, die wir ohne Zeitdruck und Eile besuchen wollten. Nach der ersten Erkundungswoche in Rio ging es weiter nach Sao Paulo.
Sao Paulo
Busse sind möglicherweise nicht die erste Wahl, um lange Strecken auf sich zu nehmen. Wie sich herausstellte, ist das Fliegen oft viel sinnvoller als unzählige Stunden, die in Bussen verbracht werden. Selbst Last-Minute-Flüge in Brasilien kosten oft weniger als eine Busfahrt für die gleiche Strecke. Wenn man die Reiseroute im Voraus kennt, sollte man am besten die Flüge frühzeitig buchen, da einige Fluggesellschaften großartige Budgetoptionen anbieten.
São Paulo oder "Sampa", wie es die lokalen Paulisten die 11 Millionen Metropole nennen, wird oft wegen seiner gigantischen städtischen Hässlichkeit und des Mangels an Stränden verurteilt. Dabei ist die Stadt so viel mehr als nur ein notwendiger Zwischenstopp. Endlose Museen, Einkaufszentren, Parks, Bars und kulienarische Abenteuer.
Der urbane Dschungel
Obwohl die Grünflächen von São Paulo im scheinbar endlosen Ozean der Wolkenkratzer schwer zu finden sind, sind einige vorhanden. Der Parque Ibirapuera, die brasilianische Version des Central Parks, ist eine riesige Fläche tropischer Vegetation. Der Stadtpark beinhaltet dreizehn Spielplätze, einen künstlichen See, ein Fitnessstudio im Freien, idyllische Picknickplätze und sogar Kunstmuseen wie das Museum of Modern Art, das Museum of Contemporary Art und das afro-brasilianische Museum. Mit dem Fahrrad unterwegs, einem Snack und einer frischen Kokosnuss im Gepäck, kann man dort gut einen Nachmittag in der Sonne verbringen.
Eine der Hauptattraktionen für Feinschmecker ist der Mercadão Municipal - ein riesiger Komplex, in dem die besten brasilianischen Produkte und handwerklichen Snacks an Besucher aus der ganzen Stadt angeboten werden. Das Mercadão wurde im Stil eines großen viktorianischen Pavillons mit aus Deutschland importierten riesigen Buntglasfenstern erbaut und ist von ebenso architektonischem wie gastronomischem Interesse. Achtung! Die Preise sind sehr flexibel und oft für Touristen “angepasst”.
Der Traum eines Kunstliebhabers
São Paulo ist eine der Street-Art-Hauptstädte der Welt. Beco do Batman (Batman Alley) ist ein Muss in Sao Paulo, wenn man Street Art liebt. Versteckt zwischen den Gassen des Stadtteils Vila Madalena ist dieser Abschnitt von oben bis unten mit lebendigen und definitiv Instagram-würdigen Graffitis bedeckt. Der Legende nach erschien in den 1980er Jahren eine Skizze von Batman an einer der Wände der Gasse. Von da an wurde sie als Batman Alley bekannt, wobei immer mehr Künstler die Sammlung erweiterten. Graffiti ist ein großer Teil von Sao Paulo, wo einige der größten Straßenkünstler der Welt leben. Einer der Künstler erzählte uns, dass die Mauern von Beco hart umkämpft sind und die Künstler dort sogar einen Ehrenkodex unter sich pflegen. Wenn jemand ein altes Stück Graffiti übermalen möchte, muss er zuerst mit dem Eigentümer der Arbeit sprechen.
Ey! "Gringo"
Aber nicht beleidigt sein! Obwohl es anderswo in Lateinamerika als etwas abfällig empfunden werden kann, wird man hier wahrscheinlich als Gringo bezeichnet, wenn man nicht aus Brasilien kommt, unabhängig davon, welche Hautfarbe man hat.
Beachte Regeln
Es ist nichts vorgefallen, aber wir hörten Dinge, die uns klarmachten, warum wir vorsichtig sein sollten. Dies bedeutete leider, dass wir z.B. nach Einbruch der Dunkelheit uns einen Uber oder Taxi nahmen, anstatt auf Busse zu warten oder zu Fuß die U-Bahn aufzusuchen. Meine Kamera blieb oft mal im Rucksack und hing nicht auf den Schultern. Nehmt am besten nicht mehr Bargeld mit, als man für einen Tag benötigt. Seid daher bitte vorsichtig, während ihr in Rio oder in Sao Paulo unterwegs seid und achtet darauf, wohin der Fernweh euch bringt. Die Städte haben eine Vielzahl von Problemen und die soziale Gerechtigkeit wird Generationen brauchen, um die zu verwirklichen.
Bonito
Nach einigen Tagen in Sao Paulo ging es mit dem Flugzeug weiter an die Grenze von Paraguay. Bonito ist eine Grafschaft in der zentralwestlichen Region Brasiliens, im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Es gilt als die brasilianische Hauptstadt des Ökotourismus und hat mit Sicherheit gute Gründe dafür. Das ökologische Gewissen bestand hauptsächlich aus privaten Bauernhöfen, die eines Tages beschlossen, ihre Schätze auf respektvolle und nachhaltige Weise für Touristen zu öffnen. Der Ort ist noch nicht sehr bekannt und definitiv einer der Höhepunkte unserer Reise durch Brasilien. Höhlen, Berge, Wasserfälle, Flüsse mit kristallklaren Wasser und so viele Fische, dass man das Gefühl hat, in einem Aquarium zu schwimmen. So viele Grüntöne und eine so reiche Pflanzenvielfalt und Tierwelt.










Schnorcheln im kristallklaren Fluss
Das klare kühle Wasser des Flusses Sucuri hat uns wort wörtlich umgehauen. Das Wasser ist so unglaublich transparent, dass es kaum zu glauben war. Unzählige Schwärme von farbenfrohen Fischen, die durch Sonnenstrahlen in gold und silber schimmerten, schossen durch die fremde Unterwasserwelt, die sich unter uns ausbreitete. Auch große Anakondas sind dort vorzufinden. Man muss für diese Aktivität kein erfahrener Taucher sein und sich praktisch nur in kristallklarem Wasser davonschweben lassen. Eigentlich kann man sich keine faulste Aktivität vorstellen. Da Bonito ein Naturschutzgebiet ist, darf man nicht tief in die Flüsse eintauchen, um die lokale Flora und Fauna nicht zu stören.






Lagoa Misteriosa
Eine weitere unglaubliche Aktivität ist das Gerätetauchen in einer Höhle. Niemand weiß wie tief diese Höhle wirklich ist, aber der Rekord, den ein erfahrener Taucher aufgestellt hat, liegt bei ca. 200 Metern. Und das war nicht das Ende. Das Wasser ist sehr klar und es ist wahrlich misteriös, direkt in das Loch zu schauen.
Gruta do Lago Azul
Nach einem Abstieg von 100 Metern erreicht man einen See mit tiefblauem Wasser. Die Tiefe des Sees wird auf 90 Meter geschätzt und die Grotte ist von Stalakmiten und Stalaktiten umrahmt. Im Jahr 1992 hat eine brasilianisch-französische Expedition von Tauchern im Innern dieses Nationalmonuments Steinäxte und Keramik-Gefässe gefunden, ausserdem eine Serie von Säugetier-Fossilien aus dem Pleistozän, wie zum Beispiel Säbelzahntiger und Riesenfaultier.
Armação dos Búzios
Ursprünglich von europäischen Piraten und Sklavenhändlern besiedelt, wird Búzios mit seinen Edel-Boutiquen, Restaurants und Discos auch gerne das "St. Tropez Brasiliens" genannt. Das malerische Fischerdorf wurde zu einem der 10 schönsten Gebiete der Welt gewählt. Der Ort ist für seine einzigartige Kombination aus rustikalem Charme, architektonischer Harmonie, unglaublicher Schönheit und anspruchsvollen Boutiquen und Restaurants bekannt. Schon bevor die Touristen kamen, entdeckten viele Filmemacher die Region - und Brigitte Bardot fand hier ihren Lieblingsstrand.





Ilha Grande
Die letzten drei Tage entschieden wir uns auf die wunderschöne Insel Ilha Grande zu fahren, die sich vor der Küste zwischen Rio und Sao Paulo befindet. Es ist ein beliebtes Urlaubsziel für Einheimische und Reisende. Wie bereits erwähnt, waren wir außerhalb der Urlaubs- und Ferienzeit in Brasilien unterwegs und somit war die Insel zu unserem Vorteil wenig besucht. Das Lustige ist jedoch, dass Menschen aus Rio und Sao Paulo Ilha Grande als Inselflucht aus der Stadt nutzen, aber so viele Menschen dorthin gehen, dass die Insel genauso hektisch sein kann, wie die Städte selbst. Der dichte Dschungel der Insel lädt zum spektakulären Wandern ein und die unzähligen Strände sind atemberaubend. Abends empfiehlt es sich lange Ärmel und Hosen anzuziehen, da es ein gutes Abwehrmittel gegen Mücken ist. Auch Moskitonetze sind unerlässlich. Die Mücken sind hartneckig und können die in sich tragenden Krankheiten, wie Malaria, Dengue-Fieber und Gelbfieber, übertragen.
Lopes Mendes Beach ist ein wunderschöner Strand, der zum Schwimmen oder auch zum Surfen einlädt. Man kann mit dem Boot für 30 Real für eine unbefristete Rückfahrt hierherkommen. Die Bootstickets sind überall gleich teuer und können in fast jedem Tourbüro der Stadt gekauft werden.












Dann hieß es auch schon Abschied nehmen! Natürlich konnten wir in den fünf Wochen nur einen kleinen Teil des riesigen Landes erleben, aber wir haben genug gesehen, um eines Tages definitiv nochmal wiederzukommen.
Wart ihr schon mal in Brasilien? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht und wo hat es euch am besten gefallen? Kommentiert gerne unter dem Beitrag.
Natürlich darf ein Reisevideo nicht fehlen!
Schaut euch unbedingt das abschließende Reisevideo an, um einen besser Eindruck zu bekommen. Dabei nehmen wir euch mit auf unsere Reise und lassen euch an unseren Erlebnissen und Abenteuern teilhaben.